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Kyoto II

von mrandmrssippy

Tag 13, Donnerstag, 20. Juni 2019 – Fushimi nicht Sashimi

Eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten ist in Japan wohl der Fushimi Inari-Taisha Schrein. Diese vielen roten Tore sind wohl auch jedem präsent, der sich schon mal mit Japan befasst hat. Dementsprechend viel hatten wir auch im Internet darüber gelesen. Der Schrein ist rund um die Uhr geöffnet, deshalb wollten wir so früh wie möglich vor Ort sein, um den Massen zumindest ein wenig aus dem Weg zu gehen. 

Auch für diese Mission war unser Hotel wieder bestens gelegen. Mit dem Zug waren wir in rund 10 Minuten bereits beim Schrein. Dieser liegt von der Station Inari nur zwei Gehminuten entfernt. Die Idee mit dem frühen Kommen (06:45 Uhr) hatten wir nicht alleine 🙂 . Unser Youtube-Päärchen aus dem Bambuswald war wieder zeitgleich da. 

Wir begannen schnell unseren Aufstieg. Hier muss wohl nicht erwähnt werden, dass der Weg wieder über unendlich vielen Treppen hinaufführte… Die vielen roten Tore haben uns sofort in den Bann gezogen und nach 100, 150 Höhenmeter hatten wir die Masse abgehängt und konnten von da an, so gut wie alleine durch die Tore gehen und sie völlig in Ruhe geniessen. Über Tausend solcher Tore führen wie ein Tunnel durch einen märchenhaften Wald hinauf auf den Berg Inari und die verschiedenen Lichtsituationen sorgen immer wieder für unterschiedliche Atmosphären. Für den Rundgang benötigten wir rund zwei Stunden. Wir waren froh, dass wir schon so früh am Berg waren, denn als wir den Rückweg antraten, strömten uns Hunderte von Menschen entgegen. Und bei jedem möchte man ja möglichst nicht ins Bild watscheln – ein Ding der Unmöglichkeit. 

Da sich nun wohl das ganze Volk am Schrein befand 🙂 wagten wir es nochmals an den Nishiki Market. Hier hatten wir ja am ersten Tag das Pech nichts von dieser etwa hundertmeter langen Strasse mitzubekommen. Der Markt sollte um 09:30 Uhr öffnen. Als wir da waren, hatten zwar noch nicht alle Stände und Verkaufsläden geöffnet, aber es befanden sich tatsächlich fast keine Leute hier. Wir schlenderten also gemütlich durch die Strasse und inspizierten die Verkaufsangebote sehr genau. Von den Mini-Oktopus-Schleckstängel waren wir zum Beispiel genauso fasziniert wie auch angeekelt 🙂 . Wahnsinnig, was hier alles angeboten wird. Wir freuten uns richtig, dass wir nochmals hergekommen sind und tranken darauf einen Matcha Tee am Ende des Marktes. 

Den Mittag verbrachten wir im Hotel. Einerseits weil die Hitze kaum auszuhalten war und andererseits wollten wir unsere Erlebnisse und Fotos endlich auf Papier (oder besser gesagt auf den Bildschirm) bringen.

Eigentlich wollten wir nur schnell die Fotos fertig bearbeiten und den Blogbeitrag hochladen. Doch aus irgendeinem Grund, wurden wir auf einmal ziemlich kreativ und haben uns mit verschiedenen Projekten auseinandergesetzt und einiges für die Zukunft geplant. So war es plötzlich dunkel und Zeit um Abend zu essen. 

Zuerst erschraken wir über die Tatsache, dass wir einfach einen halben Tag im Zimmer waren, aber dann haben wir uns gedacht, dass es auch einmal Raum für Kreatives und fürs „Leben planen“ braucht. Deshalb war es dann ganz ok und wir fühlten uns voll motiviert und beschwingt. 

Tag 14, Freitag, 21. Juni 2019 – Nara

Da wir den gestrigen Nachmittag kreativ genutzt und alle Ideen auf Fresszettel gebracht hatten, war unser Kopf nun frei für weitere Entdeckungen 🙂 . 

Es sollte heute wieder mit dem Zug raus aus Kyoto gehen. Wir besuchten das Städtchen Nara. Nach rund einer Stunde Fahrt mit der Nara Line, hatten wir unser Ziel erreicht. 

Nara war um 710 die erste permanente Hauptstadt von Japan. Früher wurde nämlich nachdem Tod des jeweiligen Herrschers die Hauptstadt verlegt, da der Palast des toten Kaisers als unrein galt. Nara gilt auch als die Wiege der japanischen Kultur, da dort der Buddhismus eingeführt wurde. Dieser half dem Land ein grössers Staatswesen aufzubauen (da mit dem Buddhismus aus China auch Schrift, Verwaltung und Zentralisierung kam). Nara wird jährlich von 16 Mil­lio­nen Men­schen besucht, davon sind lediglich 2 Mil­lio­nen aus­län­di­sche Tou­ris­ten.

Nara beherbergt einen riesigen Park (über 500ha Fläche) mit vielen verschiedenen Tempeln und noch viel mehr Sika-Hirschen. 

Vom Bahnhof spazierten wir ca. 30 Minuten der Hauptstrasse entlang und von Weitem konnte man schon die Tempeldächer und Pagoden erkennen. Wir wollten gleich morgens in den Todai­ji Tempel. Da steht nämlich der grosse Bronze Buddha (in Japan Daibutsu) genannt. Wir bezahlten den Eintritt von ca. 5 CHF pro Person und durften dann den Buddha besichtigen. Die Statue war mit einer Gesamthöhe von über 15 Meter so richtig eindrücklich. Der grosse Buddha sitzt auf einer Lotosblüte mit 56 Blättern. Für die Statue wurde sämtliches in der Gegend vorhandenes Material herbei getragen. So entstand die Statue aus ingesamt 437 Tonnen Bronze, 130 Kilogramm Gold und 7 Tonnen Wachs. Die Mudras (Handstellungen) des Buddhas bedeuten: mit der erhobenen Hand (rechts) Frieden und die linke Hand die Erfüllung der Wünsche. Es war so gewaltig und eindrücklich.

Um die Bronzestatue herum wurde das grösste reine Holzgebäude der Welt errichtet. Es kommt ganz ohne Nägel aus. Das Gebäude ist 57m lang, 50,50m breit und 48.70m hoch. Früher war es noch grösser, aber durch verschiedenen Feuer und Zerstörungen wurde es kleiner wieder aufgebaut. Ebenfalls angenehm war die Temperatur im Gebäude, draussen herrschten gerade nämlich ca. 35 Grad und eine Luftfeuchtigkeit, die einem nur so das Wasser hinunterlaufen lässt. 

Am Ausgang kauften wir uns noch eine Glücksvorhersagung. Dafür mussten wir 200 Yen entrichten und an einer Holzschatulle schütteln. Durch die Schüttelbewegung kam ein Stäbchen heraus. Auf dem Stäbchen war eine Nummer. Mit dieser Nummer konnte die Dame am Stand eruieren, welche Botschaft für uns galt und überreichte uns dann einen Zettel mit der Erklärung. 

Anschliessend schlenderten wir hoch (yeah für einmal ohne Treppen 🙂 ) in Richtung Wakayama Hills. Begleitet werden wir immer wieder von wilden Sika-Hirschen, die auf der Suche nach Futter sind. Dieses wird nämlich an verschiedenen Stellen an die Touristen verkauft und die Hirsche sind darauf natürlich scharf. Wir durften auch beobachten, wie sich die Japaner vor den Rehen verbeugten und das von den Rehen dann auch verlangten und erst dann gab es einen Kracker. Wir dachten zu Beginn schon wir ticken nicht mehr richtig, weil wir uns einbildeten das bereits schon jeder Hirsch sich vor einem verbeugt – aber nein, sie wurden einfach darauf trainiert und betteln so um Futter. Wir kauften kein Futter. 

Es gäbe im Park noch unzählige Tempel von innen zu besichtigen. Wir finden die Tempel jedoch von aussen sehr viel spezieller und schöner.

Über 8km sind wir im Park herumspaziert und langsam meldete sich der Hunger 🙂 . Auf dem Hinweg hatten wir etliche Pizzerias gesehen und eine wollten wir testen. Wir wissen, dass wir überall Pizza essen könnten, aber irgendwann hat man das japanische Essen ein wenig gesehen, vorallem weil es sehr wenig Gemüse und Salat, aber viel unvorhergesehenes Fischzeug beinhaltet. Und die Japaner essen wirklich alles was aus dem Meer kommt. Auch in Nara gab es eine kleine Marktgasse und so schlenderten wir auch da durch und staunten immer wieder über die absurdesten Ideen der Japaner.

Nach unserer Rückkehr waren wir geschafft, dass muss wohl an der tropischen Hitze liegen. Nach einem kurzen Abendessen, schliefen wir auch bald ein. Das letzte Mal in Kyoto. Morgen früh wollen wir noch die grösste Sehenswürdigkeit in Kyoto ansehen und dann geht es auch schon zurück nach Tokyo.

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1 Kommentar

Marc 20. August 2019 - 12:27

Hoi Zäma

Schön gahts wiiter mit äm Reisebricht vo Japan.
Isch immer super zum lese und natürlich diä hammer Föteli.

Hoffentlich muss ich nöd so lang uf dä nächsti warte. 😉

grüessli Costi

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