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Tokyo

von mrandmrssippy

Tag 1, Samstag, 8. Juni 2019 – Reise in den fernen Osten

An ein letztes Ausschlafen vor unserer Reise war nicht zu denken. Bereits im 07:00 Uhr waren wir hellwach und voller Aufregung. Die Packlisten wurden nochmals durchgecheckt, ob auch tatsächlich nichts vergessen ging. Irgendwie haben wir so wenig Gepäck… Rund achteinhalb Kilo pro Rucksack (ohne Foto- und Technikausrüstung). Das „abgespeckte“ Reisen, welches wir für Patagonien lernen mussten, war offenbar noch in unseren Köpfen – reisten wir schliesslich früher immer Nahe am Gepäcklimit von 23kg. Was haben wir denn früher alles mitgeschleppt? Toilettenartikel, Regenjacken und Kleidung für eine Woche reicht doch – in Japan gibt es ja auch Waschmaschinen. Schwere Wanderschuhe, Schlafsäcke, etc. konnten wir uns diesmal sparen, da wir ausschliesslich in Hotels oder Ryokans übernachten.

Um 10:00 Uhr holten uns unsere Freunde zu Hause ab (vielen lieben Dank!) und wir machten uns mit federleichtem aber etwas überdimensionierten Backpacks und Tagesrucksäcken ausgestattet auf in Richtung Zürich Flughafen. Nach einem Goodbye-Drink und einer letzten Umarmung ging es durch die Sicherheitskontrolle. Es war erstaunlich wenig los am Flughafen und so klappte alles ziemlich reibungslos und schnell. Natürlich deckten wir uns auch vor dieser Reise wieder mit Luxemburgerli von der Confiserie Sprüngli ein.

Unser Direktflug mit Swiss International Air Lines nach Tokyo boardete pünktlich um 12:25 Uhr und wir bezogen unsere Sitzplätze, auf welchen wir die nächsten 12 Stunden verbringen würden. Wir waren uns den Ablauf eines Langstreckenfluges in der Zwischenzeit gewohnt und hatten wenig Mühe die Zeit totzuschlagen. Mit Essen, Filme gucken, Musik hören und lesen konnten wir uns gut ablenken. Nur an Schlaf war wiedermal nicht zu denken 🙂 . Was würde uns morgen in Tokyo wohl erwarten?

Tag 2, Sonntag, 9. Juni 2019 – Ankunft in der grössten Stadt der Welt

Über Finnland, Russland und Sibirien ging es immer weiter Ostwärts und schon bald dröhnte das „cabine crew prepare for landing“ aus den Lautsprechern. Beinahe auf die Minute pünktlich um ca. 08:00 Uhr Ortszeit (01:00 Uhr Schweizer Zeit) am Sonntagmorgen landete das Flugzeug am internationalen Flughafen Tokyo-Narita und wir betraten zum ersten Mal asiatischen Boden.

Sofort wurden Erinnerungen an San Francisco wach: Jetzt kommt der mühsame und langwierige Teil mit Immigration Control, Customs Declaration-Formularkrieg und endlosem Warten auf das Gepäck. Irrtum – bereits hier bot sich uns der Eindruck einer perfekt organisierten und durchgetakteten Stadt.

Die beiden notwendigen Formulare konnten wir bereits auf dem zwölfstündigen Flug in Ruhe ausfüllen. Extrem schnell gingen die Passkontrollen, Fingerabdrücke und Fotos vonstatten und kaum 10min später hatten wir unsere Stempel im Pass. Die Japaner erledigten dies ungewohnt ruhig, gelassen, speditiv und alles in einer herzlichen Freundlichkeit. Da können sich die Amerikaner eine grosse Scheibe abschneiden. Unser Gepäck hatte den Weg auch hierhin gefunden und nach Abgabe der Zollformulare hatten wir den ganzen Zauber auch schon überstanden.

Am Ausgang des Flughafens mussten wir uns erstmal sammeln. Für uns gab es hier noch drei Dinge zu erledigen: 1) Auf dem Postamt unsere WiFi-Box von Global Advanced Communication abholen (die Firma schickt die Box mit allen Unterlagen jeweils per Post an den Ankunftsflughafen), 2) Unsere Voucher für den zweiwöchigen Japan Railpass eintauschen und 3) An einem Bankautomaten japanische Yen beziehen.

Alles verlief reibungslos und bereits eine halbe Stunde später sassen wir im Zug vom Flughafen in Richtung Tokyo Zentrum. Die rund einstündige Fahrt führte anfangs vorbei an Reisfeldern, grünen Wiesen und Wäldern. Schon bald zeigten sich jedoch die ersten Vororte und Hochhäuser dieser Megacity.

Am Zentralbahnhof von Tokyo angekommen, wechselten wir in die U-Bahn, welche uns in den Bezirk Minato brachte wo sich unser Hotel befand. Hier kam uns sicher zu Gute, dass Sonntagmorgen und somit kaum etwas los war – die Videos von Bahnpersonal in weissen Handschuhen das Fahrgäste in die propenvolle U-Bahn hineindrückt dürfte jeder schonmal gesehen haben 🙂 .

Wir hatten uns für diese Anreise auf das Schlimmste eingestellt und waren nun so positiv überrascht. Alles verlief reibungslos und entspannt. Die Züge und die U-Bahn waren genial beschriftet und pünktlich wie ein Uhrwerk. So checkten wir bereits um 10:30 Uhr im Hotel Lohas Akasaka ein.

Wer jetzt dachte wir verkriechen uns nach einem Zwölfstunden-Flug ins Hotelzimmer kennt uns schlecht 🙂 – wir sind ja nicht zum Schlafen hier. Unser erstes Ziel waren die kaiserlichen Palastgärten – die Higashi-Gyo-en. Während der Palast des Kaisers für die Öffentlichkeit im Allgemeinen nicht zugänglich ist (gegen Voranmeldungen können Führungen gebucht werden) ist der Ostteil des Gartens mit seinen alten Bauten, zahlreichen Bäumen und Pflanzen für jedermann kostenlos zu besuchen. Und so schlenderten wir einige Zeit durch diese Gärten. Spannend fanden wir den Kontrast aus grüner Natur mit den alten japanischen Bauten und den verglasten Hochhäusern der Megacity im Hintergrund.

Weiter im Bezirk Chiyoda-ku besichtigten wir den Ueno-Park, der als „Central Park“ Tokyo’s gilt. Vom Bahnhof Ueno erreicht man über eine breite Treppe den Kirschbaumhügel, welcher sich im März in ein weiss-rosa Blütenmeer verwandelt. Wir schlenderten vorbei an zahlreichen Teichen, Tempeln und Schreinen. Hier befindet sich auch der älteste Zoo Japans mit seiner Hauptattraktion – den Pandabären.

An einem Sonntag war dieser natürlich besonders gut besucht. So konnten wir nach einer Wartezeit von rund 40min schliesslich einen kurzen Blick auf die seltenen und wunderschönen Tiere ergattern. Dem Rest des Zoo’s sieht man leider sein Alter ziemlich an.

Alles in allem ein gelungener erster Eindruck von Tokio. Um 17:00 Uhr waren wir zurück im Hotel und nudelfertig. Wir waren nun doch schon 27 Stunden auf den Beinen. So versanken unsere Köpfe früh tief in den Kirschkern-Kissen.

Tag 3, Montag, 10. Juni 2019 – Stadt der Zukunft

Wir waren heute bereits um 05:00 Uhr wach. Jetlag und frühes Einschlafen sei Dank. Wir nutzen die frühen Morgenstunden um Reiseberichte zu schreiben und den kommenden Tag zu planen.

Um 08:00 Uhr brachen wir schliesslich mit der U-Bahn auf. Richtig gehört: Montagmorgen, 08:00 Uhr in die tokioter U-Bahn. War sicher eine Grenzerfahrung aber irgendwie auch lustig so etwas mal miterlebt zu haben – für Klaustrophobiker sicher nicht zu empfehlen 🙂 . Als Fortbewegungsmittel durch die Stadt ist die U-Bahn ideal. Ein gut ausgebautes Netz und Verbindungen gefühlt im Minutentakt. Bereits für rund CHF 10.00 erhält man einen 48h-Pass und kann das gesamte Netz nutzen.

Unser erstes Ziel war der Meiji-Schrein im westlichen Stadtbezirk Shibuya. Dieser befindet sich in einem riesigen Garten und ist dem Kaiser Meiji, welcher von 1867 bis 1912 im Amt war gewidmet. Der sehr beliebte Kaiser modernisierte das Land nach Ablösung der Samurai und führte im Jahre 1890 die erste Verfassung ein. Am Geburtstag des Kaisers (3. November) findet in der Anlage jeweils ein fünftägiges Fest statt.

Die mächtigen Eingangstore (Torii) aus Zypressenholz markieren die Zugänge zum Areal. Nach einem Spaziergang durch den weitläufigen Garten erreichten wir den eigentlichen Schrein. Dieser ist ein beliebtes Pilgerziel in Japan. Da wir früh dran waren und das Wetter nicht ideal war (es schüttete aus Kübeln) konnten wir die Anlage in Ruhe geniessen. Auffallend waren die zahlreichen Einheimischen die frühmorgens den Ort besuchten um vor dem Schrein zu beten. Wir verweilten einige Zeit und genossen die Ruhe und die prasselnden Regentropfen.

Eine Station weiter befindet sich der Bahnhof Shibuya. Vor diesem befindet sich die Statue des Hundes Hachiko. Der Akita-Hund begleitete sein Herrchen täglich zur U-Bahnstation und wartete hier bis am Abend auf ihn. Als sein Herrchen schliesslich starb, kam Hachiko für weitere 11 Jahre täglich zu diesem Platz. Die rührende Geschichte über den treuen Hund Hachiko wurde 2009 mit Richard Gere in der Hauptrolle verfilmt. Nachdem wir den Film sahen, wollte Mrs. Sippy unbedingt zu dieser Statue. Wenn man dann davor steht, ist es jeweils ein grossartiges Gefühl, wenn aus „wenn wir dann mal in Japan sind…“-Träumen Wirklichkeit wird.

In unmittelbarer Nähe befindet sich die Shibuya Kreuzung. Berühmt ist die Kreuzung für ihre Menschenmassen die bei jeder Ampelschaltung die Strasse passieren und somit als Motiv für zahlreiche Filme und Fotos diente. Unzählige nervöse und farbige Werbereklamen zieren hier die Hochhäuser. Einen tollen Ausblick von oben auf das Gewusel bietet sich im Starbucks direkt an der Kreuzung oder auf der Dachterrasse des Einkaufszentrums Magnet. Letztere kostet jedoch rund CHF 3.00 Eintritt.

Wieder per U-Bahn erreichten wir den Bezirk Ginza. An der Einkaufsstrasse befinden sich diverse Edelboutiquen und Restaurants in modernen Gebäuden. Uns kam beim Anblick sofort die Zürcher Bahnhofstrasse in den Sinn. Nicht so ganz unsere Welt und so sassen wir bald wieder in der U-Bahn.

Interessanter fanden wir das Viertel Akihabara. Bekannt ist dieses für seine zahlreichen (steuerfreien) Elektrokaufhäuser, Anima- und Mangaläden. Ein Muss für jeden Cosplayer. Langsam verspürten wir Hunger und kehrten in einem japanischen Restaurant ein. Während Mr. Sippy mit Sashimi sofort sein Glück fand, verstand die junge Bedienung bei Mrs. Sippy’s Frage nach einer fleisch- und fischlosen Alternative nicht so ganz auf was sie hinaus wollte 🙂 . Mit einem Gemüse-Tempura kam schliesslich auch sie auf ihre Kosten. über das mitgelieferte Sashimi als Beilage freute sich dann Mr. Sippy doppelt 🙂 .

Für den Nachmittag hatten wir bereits im Voraus Tickets für den Tokyo Skytree im Internet organisiert. Der 634 Meter hohe Fernseh- und Funkturm ist ein Wahrzeichen Tokyo’s und nebst dem Burj Khalifa in Dubai das zweithöchste Gebäude der Welt. Das Meisterwerk der Statik und Ingenieurskunst wurde so hoch errichtet damit die zahlreichen hohen Gebäude in Tokyo die Sendesignale nicht stören. Das Einkaufszentrum in den ersten beiden Stockwerken lässt zudem mit Pokémon-Store, Kirby-Kaffee, Hello Kitty-Shop, uvm. jedes Nerd-Herz höher schlagen.

Hatten wir eigentlich schon erwähnt, dass es bereits den ganzen Tag sinnflutartig regnete? Hmm… bei diesem Wetter ist der Ausblick auf den Aussichtsplattformen in 350m bzw. 450m Höhe wohl nicht so prickelnd 🙂 . Darauf wies uns freundlicherweise auch die Dame am Schalter hin und bot uns sogleich kostenlos eine Umbuchung auf den nächsten Tag an. Da wir jedoch morgen Tokyo bereits wieder verlassen und die Tickets via Internet bereits bezahlt waren, standen wir kurze Zeit später trotzdem im Lift, welcher uns in Rekordzeit zur ersten Aussichtsplattform auf 350m Höhe brachte. Und wie vermutet: Komplettes Whiteout mitten in den Wolken. Auf verschiedenen interaktiven und digitalen Aussichtsbildschirmen zeigt sich jedoch wie phänomenal die Aussicht auf die Megacity wäre. An schönen Tagen sieht man von hier bis zum Mount Fuji.

Das Abendessen gab es in einem kleinen Restaurant mit kleiner Brauerei in unmittelbarer Nähe zu unserem Hotel. Dieses befindet sich in einem einladenden Quartier mit zahlreichen kleinen Restaurants und Cafe’s.

Am nächsten Morgen geht die Reise für uns bereits wieder weiter und wir lassen Tokyo hinter uns – hoffentlich auch mit etwas mehr Wetterglück 🙂 . Die Hauptstadt hatte uns beide positiv überrascht. Trotz unserer etwas widerwilligen Einstellung „muss man halt mal gesehen haben, wenn man schon mal in Japan ist“ durften wir ein spannendes Wechselspiel zwischen Kultur und Moderne entdecken. Statt dem erwarteten Chaos und den Menschenmassen, fanden wir eine top organisierte, strukturierte und freundliche Grossmetropole.

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2 Kommentare

Schüler 12. Juni 2019 - 19:34

Wir wünschen euch beiden ganz viel Spaß, tolle Erlebnisse, nette Leute , schönes Wetter, viele neue Eindrücke.

Liebe Grüße aus Deutschland, Sieglinde und Jogi

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mrandmrssippy 15. Juni 2019 - 12:27

Vielen lieben Dank! Wir geniessen es so fest wie möglich! Ganz herzliche Grüsse aus Japan nach Ebringen!

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