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El Chaltén

von mrandmrssippy

Tag 16, Mittwoch, 12. Dezember 2018 – Weiterreise nach Argentinien

Nach einer kurzen Nacht klingelte der Wecker zur frühen Stunde. Heute war unser letzter Tag in Puerto Natales und somit auch in Chile angebrochen. Hastig wurden noch die Rucksäcke gepackt und alles irgendwo verstaut wo es halt gerade Platz fand.

Um 07:30 Uhr fuhren wir mit dem Bus von Puerto Natales via El Calafate nach El Chaltén im Süden Argentiniens. Die rund fünfeinhalb-stündige Busfahrt bis nach El Calafate war irgendwie sehr kurzweilig. Ein bisschen Schlaf nachholen, Lesen oder die Guanakos und Nandus am Strassenrand beobachten. Sogar einige kitschig rosarote Flamingos konnten wir in einer kleinen Bucht entdecken. Die Fahrt führte durch die endlos scheinende Steppenlandschaften Chiles.

Nach einer gewissen Zeit erreichten wir bereits die chilenisch/argentinische Grenze. Das bedeutete für alle Fahrgäste am chilenischen Grenzposten aussteigen und den Ausreisestempel für unsere Pässe fassen. Danach ging die Fahrt rund fünf Minuten weiter durch das Ödland. Danach am argentinischen Grenzposten aussteigen und den Einreisestempel in Empfang nehmen. Schliesslich wurde von den Grenzbeamten noch sämtliches Handgepäck kontrolliert (Einfuhr von Früchten und Fleisch sind strengstens verboten) sowie einige Stichprobenkontrollen der grossen Backpacks durchgeführt.

Nach kurzer Zeit war der ganze Zauber vorbei und unserer Weiterreise stand nichts mehr im Wege. Etwa um 13:00 Uhr – und somit eine Stunde früher als geplant – erreichten wir El Calafate. Hier hätten wir uns vier Stunden Aufenthalt um die Ohren schlagen müssen, bis unser nächster Bus nach El Chaltén los fuhr. Durch unsere verfrühte Ankunft, hätte es uns bereits auf den 13:30 Uhr Bus nach El Chaltén gereicht. Wir erkundigten uns sofort am Schalter der Busgesellschaft ob auf diesem Bus noch freie Plätze verfügbar seien. Und tatsächlich gab es reichlich. So konnten wir direkt in den nächsten Bus umsteigen und nach El Chaltén weiterfahren. Wieder mal Schwein gehabt 🙂 .

Nach rund weiteren drei Stunden trafen wir schliesslich in El Chaltén (Argentinien) ein. Das kleine Bergdorf in der Provinz Santa Cruz ist ein Mekka für Wanderer, Bergsteiger und Freerider (jeweils am ersten Märzwochenende wird hier sogar die „Fiesta Nacional del Trekking“ gefeiert). Es bietet Zugang zu den malerischen Bergmassiven Cerro Torre und Fitz Roy sowie zum Nationalpark Los Glaciares. Der Name El Chaltén bedeutet „rauchender Berg“ – so nannten die Ureinwohner den Gipfel des Fitz Roy’s, welche oft von Wolken umhüllt ist.

In dem kleinen Dorf spielt sich das Meiste entlang der Hauptstrasse ab. Hier gibt es kleine Supermärkte, unzählige Restaurants, Wäschereien, Tourenanbieter, Outdoorshops – also alles was das Reiseherz begehrt und dies mit einem ganz eigenen Charme.

Übernachten werden wir im Hostel Condór de los Andes, welches nur wenige Gehminuten von der Bushaltestelle entfernt liegt. Nach Bezug unseres Zimmer erkundeten wir das Dorf und checkten die ersten Empanadas aus 🙂 .

Eigentlich wollten wir uns vor dem Nachtessen nur kurz hinlegen. Doch irgendwie summierte sich die Müdigkeit vom W-Trek, der kurzen Nacht und der langen Busreise und wir schliefen von 18:00 Uhr bis am nächsten Morgen ohne Abendessen durch. Scheinbar hatten wir den Schlaf nötig 🙂 .

Tag 17, Donnerstag, 13. Dezember 2018 – Sternschnuppen statt Kondore

Am nächsten Morgen machten wir uns auf zum Besucherzentrum des Nationalparkes Los Glaciares. Ein freundlicher Parkranger klärte uns über die unzähligen Trails und ihre Schwierigkeitsstufen und Risiken auf. Unsere Wanderung zum Fitzroy sollen wir auf Morgen verschieben, empfahl und der Parkranger. Dann sei das schönste Wetter für die nächsten paar Tage. Im Anschluss gab es gratis eine Wanderkarte (hier sogar mit Höhenlinien 🙂 ).

Wir wollten es am ersten Tag leicht angehen und entschieden uns für einen Ausflug zu den Aussichtspunkten Mirador de los Cóndores und Mirador de las Águilas. Diese liegen direkt auf dem „Haushügel“ vor El Chaltén und sind ehrlich gesagt mehr ein Spaziergang als eine Wanderung. Nach rund einer halben Stunde moderatem Aufstieg erreichten wir bereits den Mirador de los Cóndores von welchem sich uns eine wunderbare Aussicht auf das Dorf und die umliegenden Berge bot.

Von hier aus soll man auch bestens mächtige Andenkondore beobachten können. Da Mr. Sippy bereits im Vorfeld wünschte einen solchen Vogel vor die Linse zu bekommen – immerhin sind diese mit einer Spannweite von über drei Metern und einem Gewicht von bis zu 15kg die schwersten Greifvögel der Welt – verweilten wir ein wenig und spähten nach den riesen Vögeln. Leider hatten wir kein Glück und nach über einer Stunde gaben wir schliesslich auf. Einen Grund mehr diese wunderschöne Gegend rund um die Anden nochmals zu besuchen 🙂 .

Wir spazierten somit weiter zum rund 30min entfernten  Mirador de las Águilas. Von diesem Aussichtspunkt hatten wir einen weiten Blick über den Lago Viedma und die flachte, karge Steppe Argentiniens. Bereits zum Mittagessen waren wir wieder zurück im Dorf.

Auf einem Flyer entdeckten wir ein Angebot für eine Fotosafari in der Region. Dabei werden die Gäste mit einem Geländewagen jeweils zum Sonnenauf bzw. -untergang an Aussichtspunkte gekarrt um tolle Fotos zu schiessen. Wir sind nicht so Freund von solchen Abfertigungen, fragten aber aus persönlichem Interesse per WhatsApp trotzdem mal nach was so ein Spass denn kosten würde. Sofort kam eine sehr freundliche Antwort retour, welche uns über den genauen Ablauf informierte. Zusätzlich mit der Info, dass heute und morgen die Geminiden-Sternschnuppennacht stattfindet und sie deshalb Touren nachts in die Steppe anbieten. Und plötzlich wurden wir hellhörig 🙂 . Eine Sternschnuppennacht mitten in der stockdunklen Steppe von Argentinien und das zum Preis von umgerechnet 25.- CHF? Da konnten wir nicht nein sagen 🙂 .

So kam es, dass wir um 24:00 Uhr nachts vor unserem Hostel abgeholt wurden. Zu unserer Freude waren wir nur zu viert. Wir Zwei und die beiden Guides vom Tourenanbieter. Das fing an uns langsam richtig zu gefallen. Wir fuhren aus El Chaltén heraus und mitten in die dunkle Steppe.

Am ersten Stopp waren wir sprachlos. Keine Wolke am Himmel und sternenklare Nacht. Über uns zahlreiche Sternzeichen der südlichen Hemisphäre und eine wunderschöne Milchstrasse. Sternschnuppen sahen wir etwa 12 Stück und Mr. Sippy konnte seine ersten Erfahrungen in der Milchstrassenfotografie sammeln. Es gab noch zwei weitere solcher Stopps bevor wir um 02:30 Uhr müde aber überwältigt in unserem Hostel ins Bett sanken.

Tag 18, Freitag, 14. Dezember 2018 – Lazy Day

Um 07:00 Uhr klingelte bereits wieder der Wecker. Ohje heute stand ja die Tageswanderung zum Fitz Roy an. Irgendwie mangelte es uns gehörig an Energie und Motivation 🙂 . Nichtsdestotrotz packten wir unsere Sachen zusammen und stürzten uns in unsere Wanderkleidung. Als wir nach draussen traten, mussten wir uns beinahe festhalten – es stürmte ganz gewaltig. Zudem zeigten sich schwarze Gewitterwolken am Himmel. Nur gut, dass der Parkranger von gestern kein Meteorologe ist – sollte doch heute der schönste Tag sein. Das schlechte Wetter zog die sonst schon kaum vorhandene Motivation ins bodenlose. Und schliesslich sei der Aufstieg bei starkem Wind und Gewitter auch gefährlich 🙂 .

So liessen wir unsere Pläne für die Tageswanderung schliesslich fallen und bummelten etwas in El Chaltén umher. Und wer lief uns da über den Weg? Anne und Jakob, welche wir im Torres del Paine Nationalpark kennen lernen durften. Was für ein Zufall. Die Backpacker-Welt scheint sehr klein zu sein 🙂 . Sie waren eben gerade erst im El Chaltén angekommen und nach einem kurzen Schwatz machten sie sich auf ins Hotel. Natürlich trafen wir uns nach dem Abendessen noch auf einen gemeinsamen Kaffee und ein Glacé. Nach Puerto Natales hiess es dann schon zum zweiten Mal Abschied nehmen von den beiden – denn für uns geht die Reise morgen weiter.

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