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Big Island – Teil 1

von mrandmrssippy

Tag 11, Montag, 14. Mai 2018 – Reise zu den Vulkanen 

Heute war wieder ein besonderer Tag. Wie gestern angekündigt, neigte sich unsere Zeit auf Kaua’i leider bereits wieder dem Ende zu. Die Insel hatte uns sehr beeinruckt. Landschaftlich wunderschön und vielfältig – weisse Strände, tropischer Regenwald im Norden, Wüsten-ähnliche Steppen und Canyons im Süden. Es war der Hammer – kein Vergleich zu O’ahu. Doch nun ging unsere Reise weiter auf die nächste Insel.

Nach einem gemütlichen Morgen im Hotel (Pool, shoppen im Coconut Marketplace) mussten wir uns nach dem Mittag Richtung Flughafen verabschieden. Nachdem wir unseren Mietwagen retourniert hatten, gings mit Hawaiian Airlines nach Honolulu und von dort nach kurzem Umsteigen weiter nach Big Island.

Der offizielle Name von Big Island lautet Hawai’i – also gleich wie der Name des Staates. Um Verwechslungen zu vermeiden, wird die Insel oft als Big Island bezeichnet.  Und der Name hat es in sich. Big Island ist mit rund 10’500km fast doppelt so gross wie die übrigen Inseln zusammen und ist die grösste Insel der USA. Die Stadt Hilo an der Ostküste ist die Hauptstadt von Big Island.

Nach einer pünktlichen Landung in Hilo um 18:00 Uhr nahmen wir bei Alamo unseren Mietwagen entgegen. Wie bereits auf Kaua’i wieder ein Jeep Wrangler. Diesmal allerdings 4-türig und hey was war denn das? Das Ding hat sogar eine Zentralverriegelung! Wir freuten uns sehr über dieses kleine aber nicht unwesentliche Detail 🙂 . Wir düsten sofort los ins fünf Minuten entfernte Hilo Seaside Hotel. Für unseren Honeymoon gab es sogar ein gratis Update in die Deluxe-Kategorie mit Sicht in die Bucht von Hilo.

Big Island ist geprägt durch Vulkanismus, was sich in den riesigen Vulkanbergen Mauna Kea (schlafend) und Mauna Loa (aktiv) sowie dem hochaktiven Kilauea zeigt. Letzterer ist durch seine jüngsten Eruptionen in den europäischen Medien inzwischen sehr bekannt. Am 3. Mai 2018 bildeten sich in einem besiedelten Gebiet im östlichen Bereich des Vulkans riesige Spalten, aus welchen Lava quoll. Begleitet von Erdbeben. Die Regierung rief den Notstand aus und rund 2’000 Personen wurden aufgefordert das Gebiet zu verlassen. Weiteren 10’000 Personen wurde empfohlen das Gebiet grossräumig vorsorglich zu verlassen. In den hawaiischen Medien konnten wir verfolgen, dass der Vulkan nach wie vor hochaktiv ist und sich laufend neue Spalten öffnen. Die Dame an der Hotelrezeption informierte uns, dass die Experten mit einer explosiven Eruption rechnen, sobald der Pegel des Lavasees tiefer als der Wasserspiegel fällt. Wann das genau geschieht, kann allerdings nicht bestimmt werden. Die bekannteste Touristenattraktion der Insel – der Hawai’i Volcanoes National Park wurde aus diesem Grund auf unbestimmte Zeit gesperrt.

Soweit wir wissen und von Touristen aus Big Island gehört haben, besteht Gefahr vorwiegend in den Gebieten 15-20 Meilen um den Vulkan. Somit sind wir in Hilo (ca. 30 Meilen entfernt) nicht in der unmittelbaren Gefahrenzone. Problematisch wären allerdings austretende Gase und Einschränkungen im Flugverkehr. Bisher raten weder das EDA noch die Vereinigten Staaten von einer Reise nach Big Island ab. Wir haben momentan keine Ahnung was uns in den nächsten Tagen erwarten wird, wie die momentane Lage genau ist und welchen Einfluss die Ereignisse auf unser Reiseprogramm haben werden. Wir müssen es vor zu nehmen.

Ein leckeres Nachtessen liessen wir uns trotz alldem nicht entgehen. Wir erkundeten die nähere Umgebung und stiessen auf das Ken’s House of Pancakes. Ein typisch amerikanisches, charmantes 24h Diner mit der vermutlich grössten Speisekarte, die wir je gesehen haben – wir brauchten einen Moment, bis wir diese zu studiert haben 🙂 . Das Essen schmeckte sehr gut und die Portionen waren riesig! Das Diner ist definitiv einen Besuch wert.

Zurück im Hotel legten wir uns früh in die Federn. Eindrücklich ist der Blick aus dem Fenster Richtung Süden, wo sich die Vulkane mit einem eindrücklichen roten Schimmer am schwarzen Nachthimmel abzeichnen.

Tag 12, Dienstag, 15. Mai 2018 – Planänderungen

Was macht man auf Big Island wenn der Hawai’i Volcanoes National Park gesperrt ist? Heute wollten wir eigentlich Lava sehen und den Puna District im Südosten erkunden. Doch wie oben beschrieben, überstürzten sich die Ereignisse in den letzten Tage und der Hawai’i Volcanoes National Park sowie die umliegenden Gebiete wurden auf unbestimmte Zeit geschlossen. Doch dadurch liessen wir uns den Tag nicht verderben. Wir hatten uns spontan entschieden, die Akaka Falls (ca. 18km nördlich von Hilo) zu besichtigen und anschliessend den Tag am Strand zu geniessen.

Wir starteten um 08:00 Uhr im Hotel und fuhren zuerst den vier Meilen langen, wunderschönen Pepe’ekeo Scenic Drive. Die Strasse führte quasi mitten durch den Dschungel. Auf unserem Weg lagen der Onomea Bay Trail und der Hawaii Tropical Botanical Garden. Diese beiden Sehenswürdigkeiten wollten wir auf dem Rückweg mitnehmen. Doch es sollte anders kommen.

An den Akaka Falls angekommen (im Navi „Akaka Falls State Park“ eingegeben, sonst landet man auf einer falschen Strasse), bezahlten wir die fünf Dollar für die Parkgebühr und Eintritt für zwei Personen. Spartipp: Das Mietauto ein paar Meter weiter oben vor dem Tor am Strassenrand parkieren, dann kostet der Eintritt lediglich zwei Dollar 😉 .

Wir machten uns auf die ca. zwanzig-minütige Rundwanderung durch diese schöne Anlage. Der Akaka Fall stürzt 135m in den Abgrund und die Gischt bildet dabei bunte Regenbögen. Spannend fanden wir, dass im Fluss eine Fischart lebt, die den gesamten Wasserfall hinauf schwimmt um oben zu laichen!

Da der Parkplatz am Botanical Garden bereits voll und die Strasse für den Onomea Bay Trail bereits zugeparkt war, entschieden wir uns, dass wir sogleich an den Punalu’u Black Sand Beach fahren um das schöne Wetter auszunutzen.

Und welches ist der kürzeste Weg an diesen Strand? Genau, der Highway Nr. 11, der direkt am Hawai’i Volcanoes National Park und am hochaktiven Kilauea vorbei führt. Gemäss der Dame an der Hotelrezeption sei der Highway momentan noch offen. „Kein Problem, falls der Vulkan ausbricht, gibt es weiter nördlich ja noch weitere Strassen“, meinte sie. Irgendwie sehen, das hier alle so entspannt… 🙂 Etwas mulmig machten wir uns auf den Weg nach Süden.

Schon bald sahen wir von weitem eine riesige, dunkelgraue Wolke am Himmel. Tatsächlich „spukte“ der Vulkan seit heute Morgen Asche. Der grosse Knall blieb zum Glück bisher (noch) aus. Der Schwefelgeruch war sogar im Auto wahrzunehmen. Der Vog (Zusammensetzung aus volcanic, smog und fog) hüllte das Gebiet wie in Nebel. Vorbeifahrende Autos wirbelten die Asche auf der Strasse auf. An den Strassenrändern parkten unzählige Fotografen und Schaulustige. Für uns ein sehr eindrückliches aber irgendwie auch beängstigendes Naturschauspiel. Wir kamen ohne Probleme nach rund eineinviertel Stunden an unserem Ziel an.

Am Punalu’u Black Sand Beach war das mulmige Gefühl bald wieder vergessen. Uns erwartete ein wunderschöner Strand mit pechschwarzem Lavasand. Riesige Wellen peitschen vom türkisen Pazifik an die schwarzen Felsen. Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir unzählige Schildkröten bewundern.

Wir liessen uns in den schwarzen Sand nieder und genossen unseren Lunch. Mr Sippy wollte anschliessend „kurz“ die Schildkröten fotografieren. Nach über einer Stunde kam er schliesslich mit leerem Kamera-Aku zurück. Er hatte vor lauter schöner Motiven die Zeit vergessen  🙂  .

Mrs Sippy wurde schon ungeduldig, schliesslich wollte sie die am Strand liegenden Schildkröten auch noch sehen. Sie hatte bereits im Wasser schon drei weitere Exemplare ausfindig gemacht. Es war toll die gemütlichen Tiere (im notwendigen Abstand) zu beobachten. Zum Schnorcheln war uns  dann aber das Meer zu wild. Die Wellen wurden immer grösser. So genossen wir vom Strand aus den wunderschönen Nachmittag. Wir kamen einstimmig zum Entschluss: Einer der schönsten Strände, die wir je gesehen hatten.

Um 16:00 Uhr traten wir den Rückweg an. Auf der Fahrt fielen uns die verschiedenen Tiere auf, die sich hier am Strassenrand tummeln. Hühner, Gänse, Mungos und sogar Pfauen. Auf dem Rückweg hatte sich die Kilauea bereits wieder etwas beruhigt. Wieder passierten wir das Gebiet ohne Probleme.

Das Abendessen gab es in Hilo im Panda Express – die chinesische Antwort auf McDonald’s 🙂 . Das asiatische Essen begeisterte uns. Zurück im Hotel wurden noch Fotos entwickelt, Berichte geschrieben und Pläne für den nächsten Tag geschmiedet. Ein Programmpunkt war bereits seit längerem fix und findet sogar trotz Vulkanaktivität statt – lasst euch überraschen 🙂 .

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