Home ReisenNordamerika2018 Hawai'i Kaua’i – Teil 2

Kaua’i – Teil 2

von mrandmrssippy

Tag 7, Donnerstag, 10. Mai 2018 – Im Helikopter über den Jurassic Park

Heute ging es hoch hinaus. Nicht etwa auf einen Wolkenkratzer oder einen Berg. Nein, wir hatten einen Helikopterflug bei Mauna Loa Helicopter Tours gebucht. Wir entschieden uns für die Variante mit garantiertem Fensterplatz und Doors off (also ohne Türen). So konnten wir die Garteninsel unter uns ohne Glas dazwischen bestaunen.

Um 08:00 Uhr fuhren wir mit unserem Jeep im Hotel los. Am Treffpunkt in Lihue unterzeichneten wir sämtliche Haftungsausschlüsse (es blieb uns ja nichts anderes übrig 🙂 ) und wurden schliesslich in einem Shuttle zum Heliflughafen gefahren. Dort erwartete uns nach kurzer Zeit unser Pilot Brad. Er führte uns zu seinem Heli und es folgten diverse Instruktionen, wie wir uns im „Worst Case“ (das heisst Absturz über dem offenen Meer) verhalten müssen. Da es sehr windig sei, müssten wir mit Turbulenzen rechnen – dies sei aber normal. Angst müssten wir erst haben, wenn er zu schreien beginne 🙂 .

Wir nahmen auf unseren Sitzen Platz, zogen die Sicherheitsgurte fest und setzten unsere Kopfhörer auf. Der Helikopter setzte sich in Bewegung. Wow, war das ein Gefühl. Schon nach wenigen Minuten flogen wir über die grünen Berge, den türkisen Pazifik und konnten die ersten Wasserfälle erkennen.

Wetter technisch ein perfekter Tag für diesen Flug. Schönes, trockenes Wetter – leider etwas dunstig (was sich in den Fotos zeigt). Ohne geschlossene Türen wird es doch ziemlich windig im Helikopter und eine dünne Jacke oder Pullover ist zu empfehlen.

Wir flogen als erstes die Manawaiopuna Falls an. Ein Wasserfall, den die meisten vermutlich kennen. Der Spitzname lautet Jurassic Park Falls. In eben diesem Film befindet sich auf der Isla Nublar (genau vor dem Wasserfall) der Helikopterlandeplatz. Ein sehr beeindruckendes Bild und aus den Kopfhörern erklang der passende Jurassic Park Theme Song – Gänsehautfeeling pur. Es fehlten nur noch die Dinosaurier 🙂 .

Als nächstes folgten grüne Täler und dann der mächtige, rostrote Waimea Canyon. Es war atemberaubend. Als Highlight folgte die imposante Na Pali Coast. Die grünen Klippen standen in wunderschönem Kontrast zum türkisen Meer. Der Abschluss bildete der Mt. Wai’ale’ale Crater. Ein nebelverhangener,  grasgrüner Vulkankrater und eines der regenreichsten Gebiete der Erde.

Nach einer unbeschreiblichen Stunde flog der Helikopter bereits wieder zurück zum Flughafen. Der Flug war ein Erlebnis, welches wir sicher nie vergessen werden. Das Gefühl von Freiheit und der starke Wind, der einem beinahe wegbläst, lassen erahnen, wie toll es als Pilot sein kann 🙂 .

Mr Sippy machte inzwischen die Erfahrung, was es heisst aus einem fliegenden Helikopter zu fotografieren. Gar nicht so einfach. Durch den schnellen Flug, die Vibrationen und den Wind verwackeln die Bilder schnell und werden unscharf. Kurze Brennweite und Verschlusszeiten sind angesagt.

Am Nachmittag wanderten wir auf dem 3.6km langen Kuilau Ridge Trail. Ein wunderschöner Wanderweg mitten durch den Regenwald und vorbei an Eukalyptusbäumen mit atemberaubender Aussicht auf grüne Dschungel-Täler. Der Trail scheint ziemlich unbekannt zu sein. Und so konnten wir den wunderschönen Weg oft alleine geniessen. Am Picknickplatz kann man bei gutem Wetter bis an den Pazifik sehen. Bei uns hatte es geregnet, wofür wir jedoch dankbar waren, denn es war anfangs ohne Regen doch ziemlich heiss 🙂 . Nach rund 2 Stunden (mit langen Fotostops) waren wir zurück beim Auto angelangt. Am Fluss konnten wir unsere, vom Schlamm verschmutzen, Wanderschuhe ein wenig reinigen. Wir empfehlen für den Trail hohe Wanderschuhe mitzunehmen. Bei Sonnenschein ist der harte Lehmboden kein Problem. Jedoch bereits bei kurzen Regengüssen (und die kommen oft vor – heisst ja Regenwald 🙂 ) verwandelt sich der Trail in eine nasse, rutschige Schlammschlacht.

Da wir die Wanderung schneller als geplant absolvierten, blieb noch Zeit um am Pool des Hotels ein wenig auszuspannen. Wir sind nun schon bald eine Woche in Hawai’i und das war das erste Mal, dass wir den Weg an den Pool fanden 🙂 .  Nur rumliegen geht aber auch wieder nicht. Mr Sippy schnappte sich seinen Laptop und wertete im Liegestuhl die Fotos des Helifluges aus. Mrs Sippy versuchte sich hingegen erfolgreich an amerikanischen Waschmaschinen. Es ist schon toll, wenn man an der Sonne am Pool liegen kann, bis die Wäsche fertig ist 🙂 .

Zum Abendessen ging es heute nicht in den Lava Lava Beach Club sondern ins Hukilau Lanai, welches ebenfalls direkt neben unserer Hotelanlage liegt. Dort genossen wir für einmal nicht die amerikanische, frittier-alles-Küche, sondern ein gutes Steak und eine tolle Lasagne.

Fotogalerie (Bilder anklicken um sie in voller Auflösung und Format zu sehen):

Tag 8, Freitag, 11. Mai 2018 – Grand Canyon des Pazifiks

Heute soll es uns zum imposanten Waimea Canyon im Westen der Insel verschlagen. Nicht zu verwechseln mit dem Waimea Valley, welches wir in O’ahu besucht haben (siehe hier). Den Canyon durften wir ja bereits am Vortag aus der Luft bestaunen (siehe weiter oben). Der Nationalpark war rund eineinhalb Stunden von unserem Hotel entfernt und bietet einige Trails und Aussichtspunkte. Das Wetter schien vielversprechend zu sein und so fuhren wir am Morgen zeitig los.

Vom kleinen Städtchen Waimea führt eine schöne Strasse mit vielen Serpentinen in den Waimea Canyon und Koke’e State Park. Am ersten Lookout waren wir bereits hin und weg. Durch feuerroter Erde (Waimea heisst übrigens rötliches Wasser) schlängelte sich ein Bach mit kleinen Wasserfällen. Der Kontrast hätte nicht besser sein können. Am eigentlichen Waimea Canyon Lookout liess sich erahnen, was der Tag noch so zu bieten hat. Vor uns lag der mächtige Canyon mit seinen Ausläufern und direkt gegenüber der Waipo‘o Wasserfall, welchen wir gestern aus der Luft bestaunen konnten.

Wir wollten nun den Canyon und Cliff Trail in Angriff nehmen um den Ursprung des Wasserfalls zu sehen. Die Wanderung führte durch Wälder und der Weg war geprägt durch die rote Erde. Zum Glück war es trocken, nicht auszudenken, was das ansonsten für eine Rutschpartie werden würde. Nach rund 45 Minuten erreichten wir bereits das Klippenende. Unter uns hörte man den Wasserfall rauschen. Wir wollten nichts riskieren und blieben deshalb in sicherem Abstand zum Klippenrand – hier rutscht man nur einmal aus. Etwas entsetzt beobachteten wir die übrigen Leute – für die Einen scheint kein Risiko zu gross für ein tolles Selfie…

Wir assen bei der wunderbaren Aussicht unseren Lunch und machten uns auf dem gleichen Weg wieder zurück. Nach 6.5km waren wir wieder am Auto. Durstig (was war das heiss heute) machten wir uns auf in die Koke’e Lodge um uns mit einem Homemade-Icetea zu stärken. Wir wollten aber noch weiter zum angeblich schönsten Lookout der Welt: dem Kalalau Lookout. Dort angekommen: völliger Whiteout. Es war durch den Nebel und den Nieselregen rein gar nichts zu sehen. Es schien so als nieselte es genau nur an diesem Ort. Es war faszinierend. Wir gaben dem Aussichtspunkt eine halbe Stunde und hofften dass sich der Nebel vielleicht doch noch lichtete, aber es sollte nicht sein.

Pech und weiter ging es zum Pu’u o Kila Lookout im hintersten Teil des Koke’e State Nationalparks. Von hier aus führt lediglich ein Trail zu einem der nassesten Orte der Welt; dem Mt. Wai’ale’ale. Ein Schild mit der Aufschrift „Wai’ale’ale – one of the wettest spots on earth“ weist den Weg. Lustig war, dass es rundherum nieselte, aber genau an der Stelle beim Schild war es trocken 🙂 .

Wir machten uns schliesslich auf den Heimweg. Der Waimea Canyon und Koke’e State Park war wunderschön und ein Paradies für Wanderer. Es gibt unzählige Trails um das Gebiet zu Fuss noch genauer zu erkunden als nur mit einem Mietwagen. Karten und Beschreibungen zu den Trails gibts im Internet oder vor Ort im Koke’e Museum gleich bei der Koke’e Lodge. Fast schade, dass uns nicht mehr Zeit blieb.

Im Hotel angekommen, probierten wir den Burritoladen von nebenan aus. War lecker! Es ging früh ins Bett, denn morgen steht wieder ein weiterer grosser Tag an 🙂 .

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