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O’ahu – Teil 1

von mrandmrssippy

Los geht’s mit unseren Reiseberichten aus Hawai’i. Im ersten Artikel berichten wir über die Anreise und unseren ersten Tag auf O’ahu.

Tag 1, Freitag, 04. Mai 2018 – Up in the air

Noch etwas verschlafen und im Bett stellten wir fest, dass Hawai’i in den Schweizer Medien an diesem Morgen sehr präsent war. Der Vulkan Kilauea auf Big Island, der bereits seit Tagen verstärkt aktiv war, brach am Donnerstagnachmittag (Ortszeit), begleitet von Erdbeben aus.

Wir waren zuversichtlich, dass dieser Ausbruch auf unsere An- und Weiterreise keinen Einfluss haben wird (wir besuchen Big Island erst gegen Ende unserer Reise) und waren um ca. 10:00 Uhr am Flughafen in Zürich. Traditionsgemäss gönnen wir uns am Flughafen jeweils vier Luxemburgerli von der Confiserie Sprüngli, die wir dann während dem Flug verputzen. Da der heutige Flug etwas länger dauert, gönnten wir uns heute 21 Stück… 🙂 Unser Flug mit Swiss International Airlines flog mit etwas Verspätung um 13:30 Uhr ab in Richtung San Francisco. Voller Vorfreude machten wir es uns in unseren Sitzen für die nächsten 12 Stunden gemütlich.

Dies war unser längster Flug bisher. Doch die Zeit verging erstaunlich schnell – den spannenden Filmen im Bordprogramm und den angenehmen Sitznachbarn sei Dank.  Etwas verwirrend war, dass wir während der ganze Flugzeit Tageslicht hatten. Da wir gegen Westen flogen, bewegten wir uns sozusagen mit der Sonne und es war permanent heller Sonnenschein. Um 16:00 Uhr (Ortszeit) flogen wir San Francisco an. Eine perfekte Zeit für diesen Anflug: Die Aussicht auf das Napa Valley, die Skyline der Stadt und die San Francisco Bay mit der bekannten Golden Gate Bridge und der Gefängnisinsel Alcatraz war atemberaubend. Bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir diese Stadt anfliegen werden.

In San Francisco hatten wir 3 Stunden um unseren Anschlussflug nach Honolulu zu erreichen. Genügend Zeit – dachten wir zumindest… Volle zwei Stunden (!) verbrachten wir mit Schlangestehen für die berühmt berüchtigte US Customs and Border Protection. Dank etwas frechem Drängeln und verständnisvollen Mitleidenden standen wir jedoch endlich vor unserem Officer. Kennt jemand den Film Zoomania mit dem Faultier Flash? Dann könnt ihr euch einen guten Eindruck über das Arbeitstempo verschaffen… 🙂

War dies überstanden, ging alles sehr flott. Gepäck abholen, erneut einchecken, Security Check, Boarding und schliesslich sassen wir 10 Minuten vor Abflug pünktlich im Flugzeug der United Airlines.

Dieses startete pünktlich und vor uns stand ein 5-stündiger Flug über den Pazifik an um die rund 2’300 km bis nach Hawai’i zurückzulegen. Auch dieser Flug landete überpünktlich und so setzten wir am 4. Mai 2018 um ca. 21:30 Ortszeit unseren ersten Fuss auf O’ahu.  Durch die Zeitverschiebung haben wir einen halben Tag gewonnen – ein Vorteil der natürlich bei der Rückreise wieder verloren geht 🙂 .

Die Ankunft in Honolulu war sehr angenehm und unkompliziert – da waren wir uns von Zanzibar anderes gewöhnt. Keine weiteren Formulare, keine Impfkontrollen, keine unnötigen Security Checks beim Verlassen des Flughafens, speditives Gepäckhandlig und ein pünktlicher Fahrer für unseren Transfer nach Waikiki. Dieser fuhr uns zum Vive Hotel Waikiki wo wir unsere ersten Nächte verbringen werden. Müde aber happy nach der langen Reise waren wir nach einer Dusche bald im Bett.

Tag 2, Samstag, 05. Mai 2018 – Pearl Harbor

An unserem ersten Tag in Hawai’i stand Weltgeschichte auf unserem Programm. Nach etwa 5 Stunden Schlaf waren wir um 04:00 Uhr bereits wieder wach (Jetlag lässt grüssen). Wir standen früh auf und erwischten dadurch um 05:45 Uhr den ersten Shuttlebus nach Pearl Harbor an der Südküste der Insel. So waren wir bereits eine halbe Stunde vor Öffnungszeit des Visitor Centers (07:00 Uhr) vor Ort, was sich als goldrichtig erwies. Wir konnten uns so als einer der Ersten Tickets für das begehrte USS Arizona Memorial ergattern und dies sogar für die erste Tour des Tages, welche um 07:30 Uhr startete.

Der erste Teil der Tour war ein rund halbstündiger Film über die Ereignisse vom 7. Dezember 1941. An diesem Tag griff das japanische Kaiserreich mit zwei Geschwader Kampfflugzeugen ohne Ankündigung, die in Pearl Harbor stationierte Pazifikflotte der USA an. Dabei wurden acht Schiffe der amerikanischen Flotte versenkt und viele weitere beschädigt. Zudem verloren über 2’400 Soldaten an diesem Tag ihr Leben. Darauf folgte am 8. Dezember 1941 der Kriegseintritt der USA in den zweiten Weltkrieg.

Im Anschluss an den Film wurden wir mit Marinebooten zum USS Arizona Memorial transportiert. Die USS Arizona war ein amerikanisches Schlachtschiff und galt als eines der mächtigsten Schiffe ihrer Zeit. Das Schiff wurde beim Angriff auf Pearl Harbor von einer Bombe getroffen und sank in nur neun Minuten. Bei der Explosion und dem anschliessenden Untergang kamen rund 1’200 Mann der Besatzung ums Leben. Für einen Grossteil davon ist das Schiffswrack bis heute die letzte Ruhestätte. An dieser Stelle befindet sich das USS Arizona Memorial – ein weisses längliches Gebäude nur wenige Meter über der Wasseroberfläche. Von der Gedenkstätte aus, sieht man noch heute Wrackteile auf dem Meeresgrund und die runden Sockel der Geschütztürme aus dem Wasser ragen. Die bedrückende Atmosphäre wird begleitet von einem penetranten Öl-Geruch. Noch immer dringen täglich rund 2 Gallonen Öl aus dem Schiffswrack, auch deutlich sichtbar durch den regenbogenfarbigen Ölfilm auf der Wasseroberfläche. Diese „Öl-Augen“ werden auch als die Tränen der Arizona bezeichnet. Im hinteren Teil des Gebäudes befindet sich ein Schrein mit einer riesigen Marmorwand und Gravuren aller Matrosen die auf der USS Arizona ihr Leben verloren. Ein wahrlich eindrücklicher Ort.

Nebst dem USS Arizona Memorial bietet Pearl Harbor mit der USS Bowfin Submarine, dem Battleship Missouri Memorial und dem Pacific Aviation Museum noch drei weitere Sehenswürdigkeiten. Wir nutzen den geringen Besucherandrang am frühen Morgen und besuchten als nächstes das Battleship Missouri. Mit einem Shuttlebus gings vom Festland auf die Ford Island – eine kleine Insel im Hafenbecken, wo die USS Missouri heute ankert und besichtigt werden kann.

Die USS Missouri war ebenfalls ein Schlachtschiff der US Navy. Wie viele fälschlicherweise annehmen, war dieses Schiff beim Angriff auf Pearl Harbor nicht beteiligt, da es erst 1944 in Dienst gestellt wurde. Nichtsdestotrotz wurde auf diesem Schiff am 2. September 1945 (nur wenige Wochen nach den Atombombenexplosionen) Weltgeschichte geschrieben. An diesem Tag ankerte das Schiff in der Bucht von Tokio und die japanischen Militärvertreter unterzeichneten die bedingungslose Kapitulation – was das Ende des zweiten Weltkrieges darstellte. Mit dem Angriff auf Pearl Harbor und dem Untergang der USS Arizona begann für die Amerikaner der zweite Weltkrieg, welcher rund 4 Jahre später auf der USS Missouri sein Ende fand. Aus diesem symbolischen Grund steht das Schiff heute direkt vis-à-vis vom Wrack der USS Arizona.

Die USS Missouri war unter anderem im Koreakrieg und im zweiten Golfkrieg im Einsatz bevor es schliesslich 1992 ausser Dienst gestellt wurde. Heute kann das mächtige Schlachtschiff in Pearl Harbor besichtigt werden. Die schiere Grösse des 270m langen Ungetüms wird einem erst richtig bewusst wenn man davor steht. Die Breite beträgt 33m, was bewusst gewählt wurde, damit das Schiff in die Schleusen des Panamakanals passt und somit schnell zwischen Pazifik und Atlantik verkehren konnte.

Das Bild prägen die zwei eindrücklichen Drillingsgeschosstürme auf dem Vordeck. Während einer interessanten Führung erzählte uns unser Guide mehr über das Schiff. Ein Highlight war sicher das geschichtsträchtige Deck, auf dem die Kapitulation Japans unterzeichnet wurde. Heute ist an diesem Platz eine Messingtafel angebracht, welche an diesen historischen Moment erinnert. Zudem sind die Kapitulationsverträge mit den Unterschriften sämtlicher Vertreter ausgestellt.

Weiter können auf der „Mighty Mo“, wie das Schiff auch genannt wird, unter Deck diverse Räume und Quartiere besichtigt werden.

Nach der USS Missouri stand das Pacific Aviation Museum auf dem Programm. Auf Ford Island war ein bedeutender Marinefliegerstützpunkt, weshalb sich darauf noch heute zahlreiche Hangars und Rollfelder befinden. Im Aviation Museum und dem dazugehörenden Hangar 37 sind verschiedene Weltkriegsflugzeuge ausgestellt. Ein Muss für jeden Flugzeugfan, für uns jedoch weniger spannend.

Der Abschluss unserer Pearl Harbor Tour bildete das U-Boot USS Bowfin. Ein Schiff, welches die US Navy im Pazifikkrieg und im kalten Krieg einsetzte. Da exakt ein Jahr nach dem Angriff auf Pearl Harbor in Dienst gestellt wurde und im zweiten Weltkrieg zahlreiche japanische Schiffe versenkte, erhielt es den Spitznamen „The Pearl Harbor Avenger“.  Auch dieses dient heute als Museum. Die engen Räume und Quartiere können besichtigt werden und vermitteln ein wenig einen Eindruck wie sich die Besatzung monatelang in dieser beengenden „Metallröhre“ unter Wasser gefühlt haben muss.

Alles in allem ein sehr eindrücklicher Ausflug. Es hat sich ausgezahlt, dass wir bereits sehr früh am Morgen vor Ort waren. Gegen Mittag nahm der Besucheransturm zu und die Warteschlangen wurden länger. Für uns ging es um 15:00 Uhr mit dem Shuttlebus zurück ins Hotel.

Nach einer rund einstündigen Verschnauf- und Duschpause schlenderten wir zum ca. 100m entfernten Waikiki Beach. Nach einem längeren Spaziergang entlang des Strandes und der Kalakaua Avenue (Shopping Meile), kamen wir zu der Erkenntnis, dass es sich eigentlich um einen normalen Strand mit massig Touristen handelt und es weitaus schönere Strände auf der Insel gibt, man den Waikiki Beach aber  trotzdem einmal besucht haben sollte.

Nach einem leckeren Nachessen im bekannten Tiki’s Grill & Bar schlenderten wir gemütlich zurück zum Hotel und schliefen mit den vielen Eindrücken vom heutigen Tag zufrieden ein.

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Wart ihr selbst schon in Hawai’i? Habt ihr vielleicht noch Tipps oder Orte, die wir unbedingt sehen sollten? Schreibt uns doch unten in die Kommentare.

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