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Foto-Workflow auf Reisen

von mrandmrssippy

Viele kennen es: Man ist auf Reisen, schiesst unzählige Fotos von traumhaften Destinationen und bezaubernden Momenten. Die Speicherkarten füllen sich, wir haben dutzende Varianten vom selben Motiv und die Bilderflut wird langsam aber sicher immer unüberschaubarer. Wieder zu Hause verstauben die Bilder auf irgendeinem Rechner oder Handy bis sie irgendwann aufgrund von Platzmangel gelöscht werden. Wir möchten euch hier aufzeigen, wie wir auf unseren Abenteuern Fotos sortieren, selektieren und aufbereiten.

I. Fotos sortieren

Unsere Fotos sortieren, selektieren und bearbeiten wir mit Adobe Lightroom CC. Alle Bilder liegen zu Hause auf dem Hauptrechner (mit entsprechend grosser SSD) und werden in einem zentralen Lightroom-Katalog verwaltet (nennen wir ihn Mal „Hauptkatalog“). Natürlich werden sämtliche Daten regelmässig gesichert.

Auf Reisen haben wir jeweils unseren Laptop und eine externe SSD mit dabei. Für jede Reise wird auf diesem Laptop ein eigener Lightroom-Katalog (zum Beispiel: 2017 Zanzibar) angelegt. Jeweils am Abend werden sämtliche Bilder von der Speicherkarte in Lightroom importiert und auf die interne SSD des Laptops gespeichert. Kataloge und Fotos vergangener Reisen werden jeweils im Voraus gelöscht, damit der Speicherplatz und die Performance ausreicht.

Wir erstellen jeweils einen Ordner für unsere Reise (zum Beispiel: 2017 Zanzibar) und legen beim Import in Lightroom alle Bilder im RAW-Format in entsprechende Unterordner nach Tagesdatum ab. Somit haben wir am Ende für jeden Tag einen Unterordner mit allen Bildern.

Abschliessend wird dieser komplette Ordner und der Katalog täglich auf die externe SSD gespiegelt (geht ganz einfach mit Programmen wie zum Beispiel FreeFileSync) und dienen als Backup, falls es mal Probleme mit dem Laptop gibt.

Wieder zu Hause angekommen, werden zwei Sachen vorgenommen: 1) Der Katalog (2017 Zanzibar) wird in den Hauptkatalog importiert und 2) der Ordner mit allen Fotos auf dem Laptop (2017 Zanzibar) wird in unser zentrales Fotoarchiv kopiert. Somit liegen die Fotos von unserer Reise nun auf dem Hauptrechner und können vom zentralen Hauptkatalog weiterbearbeitet werden. Hat alles funktioniert, können Katalog und Fotos vom Laptop sowie der externen SSD gelöscht werden, damit wieder Platz für weitere Reisen geschaffen wird.

II. Fotos selektieren

Noch unterwegs (nach Möglichkeit täglich) sichten und selektieren wir die Bilder in Lightroom. Technisch schlechte Bilder (unscharf, falsch belichtet, unbefriedigender Bildaufbau, etc.) werden dabei sofort gelöscht. Solche Fehler können kaum oder nur schwer korrigiert werden und diese Bilder fressen nur wertvollen Speicherplatz.

Die übrigen Bilder werden ebenfalls in Lightroom mit Hilfe der Sternefunktion bewertet. Wir gehen dabei so vor:
3 Sterne für Bilder, welche wir sofort bearbeiten möchten
2 Sterne für Bilder, welche toll sind aber wir erst zweitrangig bearbeiten möchten
1 Sterne für Bilder, welche OK sind und allenfalls später noch bearbeitet werden

Schwierig wird es vor allem, wenn mehrere Bilder oder Serienaufnahmen eines Motivs vorhanden sind. Die Vergleichsfunktion von Lightroom bietet hier gute Dienste um einen Favoriten zu finden.

Die Fotos werden anschliessend in Lightroom bearbeitet und optimiert (siehe Punkt III). Im Anschluss folgt eine weitere Bewertungsrunde für die fertig entwickelten Bilder:
3 Sterne (bleiben) für Bilder, welche wir für uns (Fotoalben, Verwandtschaft, etc.) behalten möchten
4 Sterne für Bilder, welche wir auf unserem Blog, Facebook oder Instagram zeigen möchten
5 Sterne für Bilder, welche wir auf unserem Blog als Titelbilder verwenden möchten

In diesem Schritt ist es wichtig, ein wenig streng mit sich selbst und seinen Bildern zu sein. Vorallem wenn man seine Bilder anderen zeigen möchte (wer erinnert sich nicht an stundenlange Diashows mit langweiligen Bildern…). Ziel ist es, dass wirklich nur die Topschüsse 4 Sterne bzw. sogar 5 Sterne erhalten.  Der grösste Teil der geschossenen Bilder ist dabei Ausschuss. Zum Verdeutlichen: In Island haben wir ca. 2’000 Bilder geschossen, zu sehen davon waren hier etwa 50 Stück (also rund 2.5%) – in unser privates Fotoalbum haben es ca. 300 geschafft.

Es hilft dabei die Fotos aus Sicht einer aussenstehenden Drittperson zu betrachten. Ist dieses Bild für einen neutralen Betrachter wirklich toll? Oder haben wir einfach einen emotionalen Bezug dazu – weil der Entstehungsmoment schön war, weil wir deshalb um 04:00 Uhr aufgestanden sind, weil wir dafür 3h Zeit investiert haben und so weiter. All diese Punkte müssen ausgeblendet werden – es zählt nur das fertige Bild. Manchmal hart wenn man (im Urlaub! 🙂 ) am Morgen früh in der Kälte aufgestanden ist und in strömendem Regen stundenlang mit Stativ, Filter und verschiedenen Belichtungen hantiert hat; wenn das Bild nichts wurde, ist es so, Punkt.

III. Fotos aufbereiten

Wir fotografieren unsere Bilder ausschliesslich im RAW-Format, damit der gesamte Licht- und Farbumfang des Kamerasensors verwendet werden kann. Beim Fotografieren im RAW-Format wird das Bild im Originalzustand der Aufzeichnung belassen (sinngemäss „roh“) und ist an sich noch unbrauchbar. Deshalb muss das Bild danach zwingend in einem RAW-Konverter (wir verwenden dazu ebenfalls Adobe Lightroom CC) entwickelt und bearbeitet werden. Wie bei der analogen Fotografie werden dabei Farbtöne, Farbtiefe und Details herausgearbeitet. Aber auch Schärfe und Kontrast können verfeinert werden, damit das Bild den Moment, wie wir ihn erlebt haben, möglichst ähnlich sieht (das ist zumindest unser Anspruch).

„Wir bearbeiten unsere Fotos“ löst in der heutigen Zeit immer noch bei vielen Leuten einen etwas faden Beigeschmack aus. RAW Bilder müssen zwingend in einem Konverter entwickelt werden – wird im JPEG-Format fotografiert, übernimmt einfach die Kamera diese Arbeit. Aber auch diese Bilder sind bearbeitet. Nur kann der Fotograf dabei nur begrenzt Einfluss nehmen und ist der Interpretation der Technik ausgeliefert.

Von Bildmanipulationen, Farbmanipulationen (Sättigungen, etc.), HDR-Aufnahmen und weit verbreiteten Foto-Effekt-Filtern (gibt es mittlerweile auf jedem Handy) möchten wir uns an dieser Stelle ausdrücklich distanzieren. Bei den Bildern in diesem Blog handelt es sich bei allen um nicht manipulierte Einzelbilder.

Nach der Entwicklung in Lightroom werden die Bilder entsprechen aufbereitet und mit entsprechender Auflösung für Soziale Medien, den Blog, Fotobücher oder Poster exportiert.

Dies mal als kleiner Einblick in unsere Fotowelt. Wir haben bewusst versucht uns kurz zu halten. Für mehr Details zum Thema Fotografie gibt es im Internet zahlreiche (und qualifiziertere 🙂 ) Fotoblogs und -webseiten.

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