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Kwa heri Zanzibar

von mrandmrssippy

Langsam aber sicher neigt sich unsere Woche bereits wieder dem Ende zu. In solchen Momenten wird uns bewusst wie relativ die Zeit doch ist und wie sie wie im Fluge vergehen kann. Zum Abschluss wird unser üblicher Zweitagesrhytmus durchbrochen und es folgt für einmal ein Dreiteiler.

Tag 7, Donnerstag, 14. Dezember 2017 – Ein kläglicher Schnorchelversuch

Heute stand nochmals ein gemütlicher Tag in der Hotelanlage an. Richtig ausgeschlafen, erschienen wir spät zum Frühstück.

Personal und Hotelgäste schwärmten alle von der blauen Lagune – diese sei wunderschön zum Tauchen oder Schnorcheln und vom Hotelstrand ziemlich gut erreichbar. So beschlossen wir noch vor dem Mittagessen diese einmal anzuschwimmen. Taucherbrille, Schnorchel und Riffschuhe hatten wir ja im Gepäck.

Gemäss Anweisung müsse man sich nach dem Steg einfach immer rechts halten und erreiche die Lagune nach ca. 15min Schwimmzeit. Gesagt getan. Wir kamen super vorwärts, doch nach 20min schwimmen fanden wir ausser dem langweiligen, grauen Sandboden immer noch nichts Spannendes vor. Da wir langsam die Flut bemerkten, entschlossen wir uns etwas enttäuscht zur Umkehr. Der Rückweg gestaltete sich jedoch als ziemlich anstrengend, da wir nun (ohne Flossen) gegen die einsetzende Strömung ankämpfen mussten und aus den 20min Hinweg wurden so rund 40min Rückweg… Ziemlich ausser Atem sowie Nase und Mund mal wieder richtig mit Salzwasser durchgespült, kamen wir wieder am Steg an. Tolles Schnorchelparadies dachten wir 🙂 .

Nach gewisser Zeit konnten wir über unseren kläglichen Versuch lachen. Als wir die Geschichte beim Abendessen der Hotelmanagerin erzählten, hatte sie zwei Tipps für uns: Erstens geht niemals bei Flut, da ist die Strömung zu stark und das Wasser zu trüb und zweitens weshalb nehmt ihr nicht das Boot, das jeden Morgen beim Hotelsteg ablegt?

Aha es gibt dafür also ein Boot… 🙂

Die Hotelmanagerin hatte wohl etwas Mitleid und machte sich sofort auf, um uns am nächsten Morgen um 08:00 Uhr ein Platz auf diesem Boot zu reservieren. Wir sind mal gespannt.

Tag 8, Freitag, 15. Dezember 2017 – Fische überall Fische

Heute war für unsere Verhältnisse früh Tagwache angesagt. Wir mussten bereits um 08:00 Uhr auf dem Boot sein, welches uns zur blauen Lagune fahren soll. An der Rezeption noch kurz zwei Paar Flossen ausgeliehen, konnte es los gehen. An Bord fanden wir drei lustige und gemütliche Afrikaner vor – offenbar die Instruktoren einer örtlichen Tauchschule. Auf dem Boot hiess es erstmal pole pole und rund eine halbe Stunde warten auf die übrigen Passagiere. Afrikanische Pünktlichkeit 🙂 . Als diese mit weiteren Tauchinstruktoren eintrafen, nahmen wir Fahrt auf.

Nach rund 10min Fahrt erreichten wir unseren Ankerplatz. Da hiess es Brille und Schnorchel auf, Flossen montieren und ab ins Wasser. Ja, dass war definitiv etwas Anderes als am Vortag. Wir befanden uns in kristallklarem Wasser und inmitten eines wunderschönen Korallenriffs. Wir schnorchelten rund 45min im Wasser und sahen zahlreiche, farbige Fische wie Anemonenfische, Doktorfische, Zebrafische, Trompetenfische und riesige Halfterfische. Sogar einen kleinen Barracuda gab es zu bestaunen. Bei den legendären Meeresschildkröten hatten wir jedoch kein Glück – vielleicht in Hawaii dann.

Inzwischen waren weitere Boote vor Ort und in der Lagune waren nun gefühlt mehr Leute als Fische anzutreffen. So machten wir uns auf den Rückweg. Dabei kamen wir etwas mit den Leuten auf dem Boot ins Gespräch. Ein Instruktor der Tauchschule, ein Finne mit norwegischem Pass und Freundin aus Winterthur, wusste viel über Zanzibar als Tauchparadies zu erzählen. Für uns interessant war vorallem, dass es sich nicht lohnt zur Mnemba zum schnorcheln zu fahren, da diese Location nur berühmt ist (und deshalb auch dementsprechend teuer) – zum Schnorcheln sei die „Blue Lagoon“ vor unserer Haustür viel schöner. Ein weiterer Passagier, ein älterer Amerikaner, war ganz begeistert als wir ihm vom vielen Schnee erzählten, der in dieser Woche in der Schweiz fiel – schliesslich fahre er nach Weihnachten in die Schweiz zum Skifahren. So klein ist manchmal die Welt.

Der restliche Tag fiel sehr gemütlich aus. Mit liegen und lesen am Strand und Massagen am Nachmittag genossen wir nochmals unseren letzten ganzen Tag in diesem Paradies. Morgen steht im späteren Nachmittag bereits wieder die Heimreise in die Kälte an.

Tag 9, Samstag, 16. Dezember 2017 – Heimreise

Heute heisst es bereits wieder Abschied nehmen. Da wir erst am späteren Nachmittag aufbrechen mussten, hatten wir unsere Villa nochmals den ganzen Tag (gratis) zur Verfügung. So konnten wir unseren letzten Tag und die Hotelanlage nochmals richtig geniessen. Um 16:30 Uhr war definitiv Schluss und nach einem rührenden Abschied von Evelyne und ihrem Team (die Leute hier sind uns echt ans Herz gewachsen) wurden wir von unserem Fahrer an den Flughafen Zanzibar gebracht.

Anders als auf dem Hinflug, flogen wir diesmal über Dar es Salaam (Tansania) – natürlich alles mit ein wenig Verspätung (pole pole)… 🙂

Von Zanzibar nach Dar es Salaam machte die Precision Air ihrem Namen alle Ehre. Als wir via Bus auf das Rollfeld transportiert wurden,und bereits die ersten Passagiere im Flugzeug Platz genommen hatte, kam panisch die Stewardess und informierte uns, dass dieser Flieger nach Nairobi gehe und nicht nach Dar es Salaam. Wir wurden zusammen mit 40 Leuten also zum falschen Flugzeug gebracht. Das zuständige Bodenpersonal war hysterisch am Funkgerät – obwohl wir kaum Suaheli verstehen; sehr freundlich hörte sich das nicht an 🙂 .

Also hiess es ein paar Meter übers Rollfeld zum nächsten Flieger spazieren. Nach mehrmaliger Vergewisserung, dass wir nun im richtigen Flieger sassen, ging es los. Mit einer kleinen Propellermaschine flogen wir rund 20min auf das afrikanische Festland.

In Tansania wurde unsere Geduld nochmals auf die Probe gestellt. Da es sich um einen Inlandflug handelte, mussten wir unser Gepäck entnehmen und nochmals neu für den internationalen Flug nach Zürich einchecken. Also Koffer schnappen (immerhin waren diese in Dar es Salaam angekommen) – danach mussten sämtliche Koffer und alles Handgepäck durch die Sicherheitskontrolle. Bei gefühlten 100 Leuten mit 400 Gepäckstücken und nur einem Scanner eine sehr langwierige Angelegenheit…

Die Ankunftshalle nun verlassen, mussten wir an die Check-in Schalter. Und vor diesen hiess es erneut: Sicherheitskontrolle. Also wieder alles auf den Scanner verfrachten. Nach erfolgreichem und relativ unkomplizierten Check-in ging es weiter mit dem Immigration Control. Das kannten wir ja schon von der Einreise: Formulare ausfüllen, Passkontrolle, Visakontrolle, Fingerabdrücke und Fotos machen.

Ihr denkt das wars?! Falsch – selbstverständlich folgte auch danach nochmals eine dritte (!) Sicherheitskontrolle sämtlicher Gepäckstücke… Grundsätzlich ja eine gute Sache wenn hier Sicherheit gross geschrieben wird. Als wir jedoch bei den zahlreichen Kontrollen feststellten, dass das Personal am Bildschirm des Scanners entweder gar nicht anwesend war, Handyvideos guckte, Karten spielte oder zufrieden schlief (kein Witz!), kamen bei uns ein bisschen Zweifel über die Wirksamkeit dieser vielen Kontrollen auf :).

Nach diesen Strapazen ging es um ca. 24:00 Uhr (mit 45min Verspätung) dann endlich los in die Heimat. Nach einem etwas beschwerlichen Flug mit der Beinfreiheit wie in einer Sardinenbüchse, dem Sitznachbar (vorne) quasi auf dem Schoss und einer Freinacht landeten wir endlich um 06:30 Uhr Ortszeit in Zürich.

Irgendwie sehr kalt hier – vor allem in kurzen Hosen und T-Shirt 🙂 . Etwas erschöpft von der Reise aber erholt und glücklich über die tolle Zeit in Zanzibar freuten wir uns auf einen gemütlichen Sonntag.

Das Fazit unserer Reise folgt im nächsten Bericht.

 

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