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Reykjavík

von mrandmrssippy

Tag 13, Donnerstag, 17. August 2017 – Ankunft in der nördlichsten Hauptstadt der Welt

Ziel heute Morgen war es die rund 200 km von Snæfellsnes nach Reykjavík (isländisch für Rauchbucht) möglichst rasch hinter uns zu bringen. Fit und ausgeschlafen stiegen wir ein letztes Mal in unseren Mazda 3 und fuhren an der Westküste immer weiter nach Süden.

Wir passierten dabei den zweiten Tunnel auf unserer Islandreise – den Hvalfjarðargöng. Dieser führt direkt unter einem Fjord (bis zu 165 m unter dem Meeresspiegel) durch. Eine weitere Premiere, die wir in Island erfahren durften: Radarkästen! Nachdem wir 12 Tage fast 2’800 km um die Insel fuhren und kein einziges solches Gerät sahen (obwohl immer wieder diverse Schilder davor warnten), kamen wir heute gefühlt alle paar Kilometer an so einem Teil vorbei. Wir sind eindeutig zurück in der Zivilisation… Zum Glück warnen – wie fast überall im Ausland – jeweils Verkehrstafeln frühzeitig vor den Blitzern, sodass wir ohne teures Urlaubsfoto in Reykjavík ankamen. Wir räumten unseren Mietwagen (was in zwei Wochen so alles für Müll anfällt 🙂 ) und retournierten diesen bei Europcar. Und so wurde schliesslich aus dem Road- ein Städtetrip.

Per Taxi (der Fahrer war in etwa so freundlich wie ein isländischer Troll) fuhren wir in unser Hotel für die nächsten zwei Nächte. Unser erster Eindruck der Hauptstadt – Zitat Mr Sippy: „Man ist die Stadt aber hässlich“.

Diesen Eindruck mussten wir aber nach ein paar Stunden bereits ein wenig revidieren. Reykjavík ist jetzt nicht die schillernde Metropole des Nordens. Die Stadt hat jedoch durchaus irgendwie ihren Charme. Eine Einkaufsstrasse mit diversen kleinen Läden, Cafés, Bäckereien, etc. lädt zum Bummeln ein. Hier ist man definitiv zurück in der Zivilisation. Über 60% der isländischen Bevölkerung leben in der Metropolregion um Reykjavík.

Am Wahrzeichen der Stadt, der modernen Kirche Hallgrímskirkja kommt man kaum vorbei. Die riesigen grauen Betonsäulen erinnerten uns an Basaltsäulen. Als wir die Kirche betraten, waren wir erstmals überrascht. Uns erwartete kein dunkler, melancholischer Raum, wie man ihn von Kirchen und Kathedralen sonst so kennt. Sondern man betritt einen einladenden, lichtdurchfluteten, offenen Raum mit klaren, durchsichtigen Glasfenstern. Die riesige Orgel mit ihren 5’200 Orgelpfeifen thront mächtig über dem Eingang. Die Akustik als der Organist in die Tasten griff, sorgte für Gänsehaut.

Auf dem Weg zurück ins Hotel entdeckten wir zufällig in einer Nebengasse eine kleine aber pumpenvolle Bäckerei und staubten im Vorbeigehen die besten Zimtschnecken unseres Lebens ab.

Tag 14, Freitag, 18. August 2017 – Zimtschnecken und Schafkot-Whisky

Heute stand nochmals die weitere Erkundung der Hauptstadt an. Den Vormittag genossen wir bei Sightseeing und haben uns nochmals die weltbesten Zimtschnecken gegönnt.

Nach einem Besuch im Perlan, dem Warmwasserspeicher der Stadt (damit werden unter anderem im Winter die Gehsteige beheizt 🙂 ) krönten wir unsere Reise zum Abschluss mit einem Tasting in der Eimverk Distillery. Die Brennerei stellt einzigartigen Whisky und Gin her. Ja richtig gelesen. Die Isländer produzieren Whisky. Und gar nicht mal so schlechten…

Die Gerste der rauchigen Variante wird nicht wie üblich über Torf geräuchert sondern über Schafdung. Das gibt dem Whisky ein dezentes Raucharoma (man darf einfach nicht an die Räuchermethode denken beim Trinken). Aufgrund der hohen Steuern in Island wird 95% der hergestellten Ware ins Ausland exportiert. Einer der Hauptabnehmer ist zum Beispiel unser nördlicher Nachbar Deutschland.

Das Tasting und die Besichtigung (durchgeführt übrigens vom Chef persönlich) der kleinen Brennerei war sehr speziell 🙂 Grosszügige Portionen, Gin-Tonic statt Wasser zum Spülen, 80-volumenprozentige Kostproben direkt ab Brennblase, nur eine Zimtschnecke zum Mittagessen, zwei Stunden statt bloss einer und vier lustige, trinkfreudige Amerikaner sorgten für einen unvergesslichen Nachmittag (der Morgen danach war nicht ganz sooo lustig… 🙂 )

Auch am Abend liessen wir uns kulinarisch nochmals verwöhnen und haben wohl das weltbeste Grillrestaurant auf der nördichen Halbkugel entdeckt. Früh gingen wir zu Bett, da der Wecker für den Heimflug bereits um 3.00 Uhr morgens klingelte.

Das Fazit unserer Reise folgt im nächsten Bericht!

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